Bewegung und Parkinson

Die Zeiten, in denen ein Patient seiner Krankheit und deren Behandlung passiv gegenüberstand, sind lange vorbei. Vor allen Dingen die chronischen oder die noch nicht vollständig heilbaren Erkrankungen fordern den Betroffenen auf, neben der ärztlich verordneten medikamentösen Therapie selbst aktiv an der Bewältigung oder Linderung seiner Krankheit teilzunehmen.
Ein Umstellen der Lebensweise, das Ändern der Ernährungsgewohnheiten
und nicht zuletzt ein aktives Bewegungsverhalten sind die Schwerpunkte, mit denen viele Kranke Ihrem Schicksal aktiv und eigen-verantwortlich begegnen können.
Eine wichtige Rolle spielt bei der Parkinsonschen Krankheit das kontinuierlich Üben von Bewegungen.
Schon bei gesunden Menschen führt ständiger Bewegungsmangel zu Beeinträchtigungen im Muskel-Skelettsystem, um wie viel mehr kann der Parkinsonpatient dann erst davon betroffen sein, da er durch seine Krankheit ja verstärkt bewegungsarm werden kann!
 


Wirkung von Bewegung

Bewegung fördert nicht nur eine gute Muskel- und Gelenkfunktion, wie man vordergründig annehmen könnte, sondern es weisen Untersuchungen und Studien in letzter Zeit verstärkt auf die positiven Auswirkungen eines Bewegungstrainings auf die Gehirnfunktion hin, bis hin zur Annahme, das es durch Bewegung zur Bildung neuer Nervenzellen kommen kann, die sich in bestehende Hirnstrukturen einfügen (Bewiesen durch eine Studie an Mäusen!)
Die Parkinson-Symptome verbessern sich unter Umständen durch Bewegung, da sich die Resorption von L-Dopa aus dem Darm durch körperliche Aktivität verbessern kann.
Aber schon allein die Tatsache, dass durch Bewegung Muskeln aktiv und Gelenke beweglich bleiben können, spricht für die Durchführung von gezielter Gymnastik für Parkinsonbetroffene.
Die Bewegungen des Alltags wie Gehen, Treppensteigen, Hinsetzen und Aufstehen und ein gutes Gleichgewicht werden dann nicht so schnell zu kaum vollziehbaren Beschwerlichkeiten.
 


Gemeinsam aktiv !

Die Einzelbehandlung in der Krankengymnastik und das Nachüben zu Hause sind äußerst sinnvoll und wichtig, müssen aber nicht die die einzigen Trainingsmöglichkeiten bleiben. Wie bei vielen anderen Dingen gilt auch hier:

Gemeinsam geht’s oft besser und macht dabei noch Spass !

In der Gruppe lassen sich Übungen spielerisch einbringen, man lernt, Reaktionen der anderen wahrzunehmen und sich darauf einzustellen, man gibt sich gegenseitig Hilfestellung und Ermunterung und kann jedes Erfolgserlebnis gemeinsam feiern.

Erfahrungsgemäß sind gemeinsame Gymnastikstunden geprägt von heiterer Atmosphäre und was wäre ein Tag, an dem man nicht mal herzlich gelacht hat.